Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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ſeine Schweſter ganz unwiſſend oder nur ungewiß laſſen wollte?

Einen Augenblick dachte Ulrich; das ſei ja eine Prüfung für Beide, für Anna und Amanda— wenn er Beiden zugleich dieſe Nachricht bringe; an dem Grad ihres Schreckens und ihrer Angſt müſſe man ſehen, welche für Wolfſtein die meiſte Liebe empfinde— ein ſalamoniſches Urtheil!— Aber bald verwarf er den Gedanken als zu grauſam, er bat Pirkheimer zu ſchweigen, bis man auf Birbaum Erkundigungen ein⸗ gezogen oder ſonſt auf gelegenere Zeit. Auch der ſanfte Dürer ſtimmte dem bei und meinte, ein Unglück erfahre man ja allezeit früh genug, und er wünſche nicht, daß dafür noch beſondere Staffetten etwa eingerichtet würden.

Da ſie ſo ſprachen, ſtürmte plötzlich Georg Glo⸗ ckendon in das Gemach— er ſah aus, als ſei er ſolch' eine Staffette, die ein Unglück zu verkündigen habe— ſein Geſicht war bleich, ſein Anzug in Unordnung und naß, eben ſo ſein ſonſt zierlich geordnetes Haar; athem⸗ los erſchien er wie vom ſchnellen Lauf, und der Sprache kaum mächtig.

Endlich ſagte er:„Verzeiht, Ihr Herren, wenn ich ſtöre— aber ich brauche Rath und Hülfe— die Sache leidet keinen Aufſchub!“