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Gaſſe hörbar näherten, ging er, um auszuweichen, auf die andere Seite.
Zwei Ritter ſprengten daher— in dem einen er⸗ kannke der Rathsherr ſofort denſelben, den er vorhin in der Werkſtatt des Plattners getroffen; der andere ſchien ihm auch bekannt, doch wußte er ſich nicht auf den Namen, noch die Zeit der Begegnung zu beſinnen.
Eben dieſer hielt ſein Pferd zuerſt an, da er Ulrich gewahrte, lenkte grüßend auf ihn zu und winkte ihm freundlich mit der Hand. Es war Wilhelm von Wolf⸗ ſtein, der indeß durch Ulrich's und Iſolden's Vermitt⸗ lung ein Briefchen voll zärtlicher Vergebung und drin⸗ genden Mahnens zu ſtillem geduldigen Ausharren von Anna erhalten hatte und heute durch Nürnberg ritt, um ſich nach Neumarkt zu begeben, wohin er eine Sen⸗ dung ſeines Vaters hatte.
Wie glücklich, daß ich Euch begegne,“ rief er ulrich zu,„habt Ihr mir wieder etwas von ihr zu ſagen, zu übergeben? Ich folge Euch ſogleich in Euere Wohnung, wenn das der Fall iſt.“
Ulrich ſchüttelte mit dem Kopfe und warf dem Ritter einen verweiſenden Blick zu, der ihn daran erinnern ſollte, daß es nicht ziemlich ſei, ſolche An⸗ gelegenheiten auf offener Straße zu verhandeln— der Rathsherr war ſchon als lauſchender Beobachter ſtehen


