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„Könnt Ihr ſie nicht rufen?“ fragte Jauern⸗ berg nach einigem Zögern.
„Herr Riter— nun werdet Ihr unverſchämt?“ rief der Altgeſelle und hielt von der Arbeit inne, das Töchterlein gehört an den Herd und nicht in die Werkſtatt, noch weniger aber wird ſie auf eines Ritters Geheiß hier erſcheinen—“
In dieſem Augenblick ward die Thür wieder aufgeriſſen und Herr Martin Löffelholz trat ein — dem Rathsherrn ward ein ganz anderer Em⸗ pfang als dem Ritter, alle grüßten ihn ehrerbietig, wenn ſie auch gleich darauf in ihrer Arbeit fort⸗ fuhren, denn ein fleißiger Nürnberger ließ ſich durch Niemand von der Arbeit abhalten, und wenn es der Kaiſer ſelbſt war, der in die Werkſtatt trat.
Löffelholz blickte den Ritter von der Seite an und ſagte zu den Geſellen:„Iſt Euer Meiſter noch krank?“
„Leider— Ihr habt auch davon gehört?“ fragte der Geſelle froh überraſcht, daß ſich ſelbſt ein wohledler Rath um ſeines Meiſters Krankheit bekümmere.
„Wie ſollte man nicht davon hören?“ warf Löffelholz hin.„Ich habe eine große Beſtellung von Harniſchen im Auftrag des Großen Rathes bei Euch


