Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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Ihr ſeid vielleicht gewohnt Eure Einkäufe draußen im Reich bei den Trödeljuden zu machen, die wir hier in Nürnberg glücklicherweiſe los ge⸗ worden? Aber da kommt Ihr hier zu den Un⸗ rechten, wir laſſen uns auf kein Feilſchen ein und was den Meiſter Echter betrifft, ſo liegt der krank darnieder und kann Euch nicht dienen ſonſt möchte er Euch freilich wohl noch anders bedienen als ſein erſter Geſell! Dabei ſchlug er wieder dröhnend auf das Eiſen unter ſeinem Hammer.

Der Ritter zwang ſich zu einem höhniſchen Gelächter, als ſei es unter ſeiner Würde mit dieſen groben Geſellen ſich weiter einzulaſſen, während ihn doch nur die Furcht vor ihren gewaltigen Fäu⸗ ſten zurückhielt indeß fragte er weiter:

Hat Euer Meiſter keine Kinder mit denen ein Wort ſich reden ließe?

Wir Alle ſind ſeine Kinder! riefen ein paar von den anderen Geſellen und dieſe Aeußerung klang allerdings von dieſen Rieſengeſtalten wunderlich genug, einer von ihnen ließ ſich aber doch herab weiter zu berichten:Der Sohn iſt auf der Wan⸗ derſchaft, damit er ein tüchtiger Meiſter werde, gleich dem Vater, und ſein einziges Töchterlein iſt an ſeinem Krankenbette, wie ſich's geziemt.