Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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Dürer winkte ihr halb befehlend, halb gebieteriſch mit der Hand. Seine Gattin faßte er ſanft am Arme, geleitete ſie zur Thür und ſagte:„Das Reich da drau⸗ ßen hab' ich dir überlaſſen nach deinem Gutdünken zu walten und zu ſchalten— das hier innen in meinem Atelier aber iſt das meinige— ich habe nichts mit deinem Herd und du nichts mit meiner Kunſt zu ſchaffen!“ Der ſchmerzliche Ausdruck, mit dem er dieſe Worte ſprach, bezeichnete am beſten, wie tief er den Zwieſpalt empfand, der ſo durch ſeine Ehe ging, daß ſie eben nur neben— ober nicht miteinander leben konnten.

Sie ging ſchweigend, aber ſie ſchnaubte Rache gegen Gerhaus und Georg.

„Warum gingſt du nicht wieder an die Arbeit?“ mit den verweiſenden Worten bedeutete er auch dieſem zu gehen.

Zu Gerhaus ſagte er mit Mißbilligung:„Warum warft Ihr nicht Euern Mantel über?“

Sie wagte kein Wort zu erwidern. Er ſprach nicht mehr, ſondern malte ſtill und fleißig weiter.

In Gerhaus wogte ein Sturm von Empfindungen. Die Vorwürfe, die ſie gehört, waren halb gerecht, halb ungerecht— ein Triumph war dabei: Frau Dürer hatte ſelbſt das Zeugniß abgelegt, daß ihr Gatte beſſer