Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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ſchwarzen Sturz befeſtigt, ließ den Begegnenden nur ahnen, welche Schönheit er verbarg.

Es war noch ziemlich ſtill und menſchenleer, als Iſolde den hohen Raum betrat. Wochenlang hatte ſie das Krankenzimmer nicht verlaſſen, die friſche un⸗ gewohnte Luft draußen hatte ihr wohl und weh zu⸗ gleich gethan. Sie war ſchnell gegangen und hatte tief Athem geholt, dann fühlte ſie ihre Bruſt ſeltſam be⸗ klommen, und als ſie am Marienaltar auf ihre Kniee ſank und die gefalteten Hände auf der Brüſtung des Betſtandes ruhten, ſenkte ſie ihr Haupt darauf und brach halb bewußtlos in lautes Schluchzen aus. All' die Angſt, die ſie um das Leben der Schweſter empfun⸗ den, neben der Iſolde doch Tag und Nacht zubrachte, und der ſie Alles, was ſie fürchten mußte, ſorgfältig verbarg, all' die Beſorgniſſe, die ſie um deren Geſchick empfand, all' der widerwärtige Druck, der im Eltern⸗ hauſe auf ihr laſtete, all' die Unbefriedigtheit ihres Herzens, die Oede ihres Daſeins wühlten ihr ganzes Innere zu einem Sturme auf, der in einem Erguß von Thränen, in Seufzern und Stöhnen unwillkürlich ſich kundgab. Hier, an dieſer heiligen Stätte, fühlte ſie ſich frei von allem Zwang, von aller Beobach⸗ tung— wenn ſie, was die letztere betraf, auch unrecht hatte, obwohl ſie glauben konnte, Niemand ſei in ihrer