Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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dennoch in unermüdlicher Thätigkeit befliſſen waren, das ſchon Erworbene immerfort zu mehren, ohne doch jemals einen wirklichen Genuß von dem Gewinn zu haben, denn derſelbe mußte, um geſichert zu ſein vor fremden, beſon⸗ ders chriſtlichen Augen, durch Verborgenheit gehütet wer⸗ den. Denn immer ward den Juden,des Reichs Kam⸗ merknechten, Alles mißgönnt; ſie mußten größere Ab⸗ gaben geben als alle Andern, ja es war ſchon da und dort vorgekommen, daß ſie eine Auflage ganz allein hatten bezahlen und bei manchem Unglück Schadenerſatz hatten leiſten müſſen, wenn dabei auch ein Zuſammenhang mit ihrer Schuld noch ſo geſucht erſchien.

Ezechiel gehörte zu dieſen reichen Juden, und wie tiefe Verachtung man ihm auch öffentlich zeigte, es gab doch Chriſten genug, die in der Stille ihre Zuflucht zu ihm nahmen und ſeine Verſchwiegenheit mit hohen Pro⸗ centen erkauften. Vielen war er eine unentbehrliche Per⸗ ſon. Er lieh Geld gegen Zinſen und verlieh ebenſo auf Kleidungsſtücke und Koſtbarkeiten. Viele derſelben blieben als ungelöſte Pfänder in ſeinem Beſitz und lieferten ihm zugleich ein Waarenlager für einen anſehnlichen Trödler⸗ kram. Eine bedeutende Verſtärkung erhielt dieſer jedoch oft durch ein zwar einträgliches, aber ziemlich anſtößiges Geſchäft. Er zog nämlich meiſt in Begleitung ſeiner Tochter oder ſeines Sohnes Benjamin trödelnd in der Umgegend