Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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offenbar nur gegen ſie geſchmiedet waren, einen Zuſam⸗ menhang zu erblicken.

Kaum grübelte ſie auch mehr darüber, als ſie ſich mit den Gedanken quälte, daß ihretwegen Blut gefloſſen, daß man ſich um ihretwillen geſchlagen, wohl gar ge⸗ mordet!

Bald erfuhr ſie, daß der Knappe wirklich todt ſei. Das ertrug ſie noch am leichteſten, denn er war einmal in die Hand der Nürnberger gefallen, und als ein An⸗ greifer und Friedensbrecher wäre er entſchieden gehangen worden, ja man würde ihm ſchon aus Rache, um dem verhaßten Raubadel wenigſtens in ſeinen Dienern und Helſershelfern ein drohendes Beiſpiel zu geben, den höch⸗ ſten Platz am Galgen angewieſen haben. Und wenn er nicht gleich geſtanden, wer ſein Herr geweſen und Alles was er wußte, ſo würde man ihn in den Marterkammern unterm Rathhaus„in der Güte befragt haben“, wie die Redensart hieß, hinter der ſich die Anwendung der gräu⸗ lichſten Marterwerkzeuge von den Händen der Folter⸗ knechte verſteckte. So war es ein Glück für den Knappen, daß er nur todt in die Hände der Sieger gefallen war.

Aber die Baubrüder, die nur die Beſchützer einer wehrloſen Frau geweſen! Für ſie ſandte Eliſabeth heiße Gebete zum Himmel empor, da ſie hörte, daß ſie noch lebten, aber ſchwer an ihren Wunden darniederlagen.