Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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täten dem Boten der Unvernunft beigetreten. Die Uni⸗ verſität zu Cöln hat auf Begehr der beiden Inguiſitoren Heinrich Krämer und Jacob Sprenger ein beifälliges Gutachten über den„Hexenhammer“ ausgeſtellt, und ge⸗ rade König Mar mußte es ſein, der ihm die vollſte Be⸗ ſtätigung gab; ich glaube, der alte Kaiſer Friedrich hätte es nimmer gethan— da thut es der Sohn; was bei dem Vater die Entſchuldigung für ſich gehabt, daß es von einem ſchwachſinnig gewordenem Greiſe ſtamme, das gereicht dem Sohn im blühendſten Mannesalter zu ewi⸗ ger Schmach.“

„Ich habe mich bisher wenig um dieſe Dinge ge⸗ kümmert,“ ſagte Hieronymus;„ich habe ſie für zu ein⸗ fältig gehalten, als daß man großes Gewicht darauf le⸗ gen ſollte, und wenn man aus Frankreich oder auch vom Rhein und Weſtfalen Hexengeſchichten und Prozeſſe hörte, ſo habe ich gemeint, ſolch' dummes Zeug könne ſich doch nicht auf die Dauer erhalten, man könne die Thorheit ruhig mit anſehen, ſie werde bald in ſich ſelbſt zerfallen.“

„Ja,“ ſagte Ulrich,„verachte man nur die Unver⸗ nunft, dem gewiſſen Sieg der Vernunſt durch ſich ſelbſt vertrauend, und ſetze ſich jener nicht mit aller Kraft entgegen, ſo wächſt ſie zur rieſenhaften Macht empor. Das iſt das Unkraut, das man unter dem Weizen nach⸗ ſichtig duldet und das ihn dann erſtickt. So ſcheint es