Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

auch gefiel.„Der große Aeneas Sylvius ſcheint recht zu haben, der Nürnberg eine feine Stadt nennt voll wohlerzogener und gaſtfreier Leute.“

„Das iſt wohl nur gut nürnbergiſch,“ antwortete Hieronymus,„und ich bin ſelbſt ein Nürnberger Kind, aber Baubrüder, mein' ich, ſollen in allen Stücken auch Brüder ſein und miteinander arbeiten und ſtreben in wie außer den Hütten.“

„Ich denke auch ſo,“ antwortete Urich,„und will's Gott, ſo ſoll es Dich nicht gereuen, daß Du mir zuerſt alſo freundlich begegneſt.“

„Meine Wohnung iſt nicht weit von hier,“ ſagte Hieronymus,„in einem Seitengäßlein von St. Katha⸗ rinen.“

Bald war ſie erreicht, und die Baubrüder traten in ein kleines Haus, in dem ſich unten die Werkſtatt eines Formenſchneiders und Rädleinmachers des Meiſter Sebald befand. Oben an der Stiege aber wartete ein altes Müt⸗ terlein, bot den Einkehrenden fröhlichen Gruß und eilte das Mittagseſſen für ſie aufzutragen.

„Es langt ſchon für Zwei!“ rief ſie wohlmeinend dem fremden Gaſt entgegen.