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ſonſt allein dem Adel zukam. Daneben gingen gleich reich gekleidete Frauen, die nicht nur mit den Schleppen ihrer ſeidenen Damaſtkleider, ſondern auch mit ihren weiten hängenden Aermeln die Straße fegten, dem Rath zum Trotz, der ſchon einmal eine Verordnung wider die Länge ſolcher Aermel erlaſſen. Aber neben dem Stolz, der wie aus der Kleidung auch aus der Haltung dieſer Frauen ſprach, lag auch etwas ſo Ehrbares und Züchtiges in ihrem Auftreten, das allen Begegnenden Achtung ein⸗ flößte und die ſie erblickenden Männer, mochten ſie dem weltlichen oder geiſtlichen Stande angehören, nöthigte mit höflichen Grüßen an ihnen vorüberzugehen. Und auch unter den einfacher gekleideten Bürgermädchen, von denen manches den ſchönen Fremdling mit ſchelmiſchen Augen neugierig muſterte, gab es liebliche Erſcheinungen, an denen Alles nett und ſauber war, von dem goldgeſtickten Riegelhäubchen herab bis zum Schuh, der bis an den Knöchel reichte. Wenn ſie das Waſſer ſchöpften, am Brun⸗ nen ſich neigten und dann das Gefäß zum Kopf mit den bloßen Armen emporhoben, ſo war ſo viel Grazie in dieſen Bewegungen als Würde bei dem ſtolzen Auſtreten jener Patrizierinnen.
All' dies Leben und Treiben voll Anmuth und Schönheit der Häuſer wie ihrer Vewohner war wohl ge⸗ eignet den Fremden zu feſſeln und gleichſam zu über⸗


