13
fünfſtöckige jedoch ſchmale und tiefe Häuſer kehrten die Giebelſeite der Straße zu, ſo zwar, daß die verſchiedenen Geſchoße ſich treppenartig übereinander thürmten und von der Straße aus den Aufblick nach oben beſchränkten. Viele Fenſter, meiſt hoch und weit, oſt oben in Bogen gewölbt, ſchmückten die Häuſer, ſymmetriſch und doch man⸗ nigfaltig vertheilt. Zuweilen vereinigten ſich zwei oder drei Fenſterfelder zu einem vorſpringenden Chörlein, das ſchöne Wappenſchilder von zierlicher Steinmetzarbeit ſchmück⸗ ten. Wie der Giebel war meiſt auch die obere Gruppe der Fenſter pyramidaliſch angeordnet und der Giebel ſelbſt treppenförmig ausgeſchnitten, an manchen Häuſern auch die einzelnen Stufen mit auſſtrebenden Steinverzierungen gekrönt. Uiber den weiten Eingang der Häuſer ſtieg häu⸗ fig ein kunſtgerechter Spitzbogen empor mit ſteinernem Laubwerk umwunden, oder zeigten ſich buntgemalte Wap⸗ penſchilder oder Zunſtzeichen. Und wo ein Haus eine Straßenecke bildete, da fehlte ſelten an der ſcharfen Ecke ein vorſpringender Wegſtein mit einem ſteinernen oder ehernen Standbild; bald war es ein Engel mit ausge⸗ breiteten Flügeln, bald ein Ritter mit geſchwungenem Speer oder ein Lindwurm. Wo ein weiterer Platz ſich zeigte, da ſtand inmitten gewiß ein Brunnen mit ſchö⸗ nen Statuen oder feinem Gitter darum, oder war irgend ein künſtliches Druckwerk daran, daß wie von ſelbſt das


