Erztes Cngitel. Der Wandergeſelle.
An einem ſonnenklaren Maientage des Jahres 1489 wanderte ein ſchlanker Jüngling auf der breiten Heer⸗ ſtraße, die von Weſten nach Nürnberg führte, der ehr⸗ würdigen Reichsſtadt zu. Schon waren ihm viele Men⸗ ſchen begegnet zu Fuß wie zu Roß und hoch mit Kauf⸗ mannsgütern beladene Wagen, umgeben von zahlreichem Geleit, denn ohne ſolches wagte Niemand die Waaren zu verſenden, die ſo noch oft genug in die Hände der rohen Raubritter ſielen, die ihr Weſen gerade am Aergſten von ihren düſtern Burgen herab in der Nähe der freien Reichsſtadt trieben, deren Reichthum ſie beneideten, deren Bürgerſtolz ſie haßten und deren Bürgern ſie ſchon darum gern einen Verluſt und Schaden zufügten, weil dieſe ſelbſt oft genug den hohlen Glanz des Ritterthums ver⸗
dunkelten, und wo es in ihrer Macht war, ſich nicht 1859. XV. Nürnberg. I. 1


