Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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ſie ihn nur brüderlich liebte, daß die Schmerzen und Kämpfe, die jetzt in ſeinem Innern tobten, ihr erſpart waren er wollte ſie ihr nicht bereiten! Und mit welchem unnennbaren Entzücken ihn auch der Gedanke ihrer Gegenliebe erfüllt haben würde er wollte ſie herworzulocken, nicht zu erringen ſuchen ob ihn die Eltern verbannten oder nicht: jetzt wollte er ſich ſelbſt verbannen, um ſeinen Wohlthätern nicht in ihrer Toch⸗ ter ein Leid zuzufügen. So waren ſeine Entſchlüſſe, ſo vermied er nach Friedleben zurückzukehren, vermied

ſelbſt von da an, wo er Editha's völlige Geneſung er⸗

fahren, wieder brieflich ſeine Eltern nach ihr zu fragen. Er vergrub ſich in ſeine Kunſtſtudien und eben weil er Tag und Nacht ſich ihnen widmete, vermochte er in einem halben Jahr ſich ſo zu verollkommnen. Zuweilen brach dann doch wie ein plötzlicher Sonnenſtrahl durch den wolkenbedeckten Himmel, den er über ſich ſah, die Hoffnung: wenn mich ſolcher Ruhm krönte, wie jenen Künſtler, dem ſie einen Strauß zuwarf und der mich in meinem Entſchluß, ſeine Laufbahn zu wählen, be⸗ feſtigte dann könnte ich ſie doch vielleicht erringen! auch jener Künſtler war bürgerlicher Abkunft wie er und eine Gräfin freilich eine ſelbſtändige Wittwe hatte ihm ihre Hand gereicht! Aber das waren doch nur träumeriſche Momente, denen er keine Gewalt über ſich ließ er verſcheuchte ſie und doch handelte er