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ſelbſt werde an Ambach ſchreiben, daß er früher kommt. Und nun berechnen Sie, welch' ganz andern Effect es machen wird, wenn ein paar Tage vor Ihrem Concert in allen hieſigen Blättern ſteht, daß der Violin⸗Virtuos Ambach bereits die Ehre hatte im Hofconcert zu ſpielen — mit enormem Beifall natürlich. Ein Nimbus umgiebt ihn ſofort— Alles, was zum Hof gehört, muß kommen, muß applaudiren— voila ſein Glück iſt gemacht.“ Der Capellmeiſter drohte lächelnd mit dem Finger: „Ei, ei Herr Hofrath, wer hätte Ihnen das zugetraut! Es klingt ja, als ob Sie zu den Römern, den Claqueurs der großen Oper in Paris gehörten, oder ebwas vom amerikaniſchen Humbug bei Barnum gelernt hätten.“— Störmthal lächelte:„O man hat dergleichen nä⸗ her!“ und als der Capellmeiſter eine beleidigte Miene annahm, begütigte ihn der Hofrath, indem er ihm die Hand zum Abſchied reichte:„Wir ſind beide keine Neulinge und wiſſen, daß auch in unſern lieben deut⸗ ſchen großen und kleinen Städten Alles auf etwas mehr oder weniger Humbug hinausläuft, nicht nur in der Kunſt, auch in der Politik— es vertheilt ſich dergleichen nur immer nach dem Maaßſtab der Verhältniſſe! So wol⸗ len wir denn einem jungen Künſtler, der vermuthlich ſehr unerfahren und mit ſehr ſchwärmeriſchen Anſchauun⸗ gen von ſeinem Beruf ſeine Laufbahn beginnt, den Eintritt in die große Welt etwas erleichtern, und laffen Louiſe Otto; Neue Vahnen, 1. 13


