Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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„Die Familienbande,“ ſagte er,„ſind doch die heiligſten, welche es giebt und niemals durch andere zu erſebende. Ein Mädchen, das ſich ganz von Allen los⸗ geriſſen in die Weſt hinſtellt, iſt immer eine bedenkliche Erſcheinung— und ſelbſt wenn ſie ehrenwerthe Motive dazu hat.“

„Vielleicht könnten Sie recht haben,“ wandte Sigis⸗ mund ein,„wenn es ſich um das Losreißen von Eltern handelt, aber Felicitas hat ſich vielleicht nur mit einem Stiefbruder und einer Schwägerin veruneinigt; ihr rechter Bruder iſt ihr um ſo inniger verbunden.“

Störmthal war in vielen Beziehungen vorurtheils⸗ frei— trotz der Ariſtokratie, zu der er gehörte— aher ein ſo feſtes und inniges Familienband, wie das, wel⸗ ches Alle vereinigte, die den Namen Störmthal trugen, wo jedes Mitglied in der Uebereinſtimmung mit ſeinen Angehörigen und in dem Streben, durch jede Handlung dem Hauſe Ehre zu machen, aus dem es ſtammte, ſeinen hauptſächlichſten Stolz ſuchte— ein ſolches Familienband forderte er nicht allein für den Adel, ſondern auch für den Bürgerſtand, den höheren wenigſtens und ſelbſt jener Bauernſtolz, der die Beſitzer ländlicher Güter, auch wenn ſich kein Wappen daran knüpft, in vielen Gegenden charakteriſirt, war ihm lieber, als die Gleich⸗ gültigkeit Bürgerlicher gegen das Geſchlecht, deſſen Namen ſie trugen. So mochte Sigismund Felicitas zu recht⸗

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