Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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6*

„Das glaub ich Ihnen nicht, da ich das beſſer von Ihnen weiß und dann, wenn es wahr wäre, fürch⸗ teten Sie ſich auch allein zu gehen— es iſt finſter geworden.—“

Das iſt im Freien etwas Anders— hier im Marmorhaus iſt es unheimlich— die Statue meiner Namensſchweſter, die hier ſteht, geht ja zuweilen um als weiße Frau.—“

„Sie machen mich doch nicht irre!— der Ton, in dem Sie das Alles fagen, klingt auch gar nicht nach Furcht— lügen können Sie nicht! Ich befehle Sie alſo dem Schutz dieſer Ahnenfrau und gehe.—“

Er eilte die Stufen hinab— ſie wollte ihm folgen — aber der Marmor war vom Regen doppelt giatt und ſchlüpfrig geworden— ſie glitt aus und fiel— ihr Rücken traf auf die ſcharfe Stufenkante— ſie ſchrie auf und hatte das Bewußtſein verloren.

Jetzt kehrte er wieder um und trug die Ohnmäch⸗ tige unter das ſchützende Dach zurück. Außer ſich kniete er nieder und lehnte ihren Kopf an ſeine Bruſt, denn nirgend war hier ein weiches Ruhepolſter— Alles nur glatter, kalter Marmor!

Noch überlegte er, was er thun wollte, als er draußen Tritte und Rufe hörte:„Editha, Editha, biſt Du dort oben.“