Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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doch Editha nicht traf, weil ſie in der Penſion weilte und ähnlich war es mit ihrem mit Sigismund im gleichen Alter ſtehenden Bruder Rudolph, der gleichfalls auf ein Gymnaſium, aber ein anderes, koſtſpieligeres, als der Schulmeiſtersſohn gekommen war.

Sigismund hatte ſich indeß ſeiner Violine mit größtem Eifer gewidmet, er ſparte und darbte und gab ſelbſt andern Knaben in verſchiedenen Schulgegenſtänden für ein Billiges Unterricht, nur um bei einem anerkannten Meiſter Violinſtunde nehmen zu können. Jedesmal, wenn er wiederkam, hatte er neue eminente Fortſchritte gemacht und Editha kannte kein größeres Glück, als mit ihm zu muſieiren, und Alles, was ſie vorhin ſeiner Mutter ſagte, hatte ſie ſchon tauſendmal empfunden.

Und jetzt entwarf ihre Phantaſie im Nu ein rei⸗ zendes Bild. Sigismund ſpielte im ſchönſten Concert⸗ ſaal, den ſie je geſehen. Im Geiſte hörte ſie die Phan⸗ taſie, die er ihr bei ſeiner letzten Anweſenheit vorge⸗ ſpielt— jebt hörten und genoſſen Hunderte ſie mit ihr— er war der gefeierte Held des Abends. Ein Beifalls⸗ ſturm umdonnerte ihn, Blumen flogen aus ſchönen Hän⸗ en ihm zu, Alle ſtanden auf von ihren Sitzen, um ihn zu ſehen. Umdrängt von Huldigungen eilte er doch

ſich in ſein Zimmer zurückzuziehen, nur um an ſeine

Eltern zu ſchreiben und ihnen das blanke Gold zu ſchicken, das er eingenommen. Dies Bild enffaltete Editha jetzt

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