Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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hatte, ein äußerft intelligenter Knabe und noch außerdem der Pathe des Herrn Hauptmanns war.

Der Bruder des Schullehrers war Muſiker an einem kleinen Theaterorcheſter. Er hatte nur eine kärgliche Ein⸗ nahme und als er in einem Sommer, wo das Theater geſchloſſen war, gar keinen Verdienſt hatte, beſuchte er

feinen Bruder, der ihn mitleidig den ganzen Sommer bei 3

ſich aufnahm. Um ſich wenigſtens einigermaßen erkenntlich zu zeigen, gab er dem zehnjährigen Sigismund Violinſtunde, die der Knabe mit enthuſiaſtiſcher Lernbegierde betrieb. Aber um ſo größer war auch der Jammer desſelben, als der Oheim ſammt ſeiner Violine wieder von dannen zog und Sigismund nur das Nachſehen hatte. Da be⸗ ſcheerte ihm ſein Pathe— auf Editha's Bitten— zum folgenden Weihnachtsfeſt eine viel ſchönere Violine, als die des Oheims geweſen war, mit vielen paſſenden Noten — und nun war des Entzückens und Spielens kein Ende!

Als Sigismund dreizehn Jahr war, war es der ſehn⸗

lichſte Wunſch der Eltern, ihn ſtudiren zu laſſen— aber von dem Gehalt eines Schullehrers blieb dazu nur wenig übrig— da erklärte ſich wieder der Pathe zu einem jähr⸗

lichen Zuſchuß bereit und Sigismund bezog das nächſte

Gymnaſium und ſpäter die entferntere Univerſität, um

Theologie zu ſtudiren. Selbſtverſtändlich kam er dann zu allen größeren Ferien in's Vaterhaus. Eine Zeit lang traf es, daß er, obwohl ſtets gern im Schloß empfangen,