Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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nüchterner und die träumeriſche Liebe tritt in den Hinter⸗ grund. Ja gerade diejenigen, die einander ſchwärmeriſch lieben, paſſen oft in ihren täglichen Gewohnheiten gar nicht zu einander, indeß Andere, die nur Freundſchaft und Achtung für einander empfanden, von Tag zu Tag ſich harmoniſcher zuſammenleben; doch wie ſie auch noch fortfuhr ihre Anſicht zu vertheidigen und ſich dabei bemühte den Eindruck ihrer vorigen Bemerkung zu vewiſchen es war doch vergeblich.

Felicitas antwortete nur noch kühl und froſtig, erklärte, daß ſie lieber den niedrigſten Dienſt annehmen würde, als einem Mann ihre Hand reichen, den ſie nicht lieben könne und jetzt erſchien der kleine Georg wieder die Thür leiſe öffnend wie ein rettender Engel und rief:Tante, bring' mich zu Bett! ich luſſe mich von der Agnes nicht ausziehen! Felicitas neigte ſich weinend über ihn, ſah tief in die Kinder⸗ aie und flüſterte wie getröſtet:Du haſt lieb!

Dir bin ich nicht im Wege! zu Minette ſagte ſie dann: will ihn zu Bett bringen und wieder zu dem Kleinen:Geh, ſage Mama erſt gute Nacht!

Minette verließ gleichzeitig mit den Beiden das Zimmer, ging aber im Corridor nach der andern Seite und dachte erbittert:Sie muß ihn erſt nöthigen, mir gute Nacht zu ſagen! Sie raubt mir auch die Liebe meiner Kinder!