Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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zeitig verſtorbene Eltern vorſtellten. Der Geheimrath * Ahlhorn war ein ſtattlicher Mann geweſen mit würde⸗

voller Haltung und dem zufriedenen Lächeln des Bon⸗ vivants, der ſein Leben zu genießen verſteht; die Ge⸗ mahlin an ſeiner Seite ſchien im Ausdruck ihrer ange⸗ nehmen Züge Selbſtbewußtſein mit Herzensgüte zu ver⸗ binden und ein idealer Hauch verſchönte auch das Ab⸗ bild der fünfzigjährigen Frau.

Die Tochter mochte ihr gleichen. Daſſelbe kaſta⸗ nienbraune Haar, dieſelbe über der Naſe emporgehende Schwingung der Augenbrauen über ruhig glänzende blauen Augen, derſelbe ein wenig in's Gelbliche ſpie lende Teint eine Farbe, die nur beim künſtlichen Licht⸗ ß ſchein in marmorner Weiße glänzt dieſelbe ſtolz ge⸗ tragene Naſe aber im Uebrigen erſchien die Tochter niedergedrückt und ſehnſüchtig kraurig und zwar war dies nicht der Ausdruck einer momentanen und vor⸗ übergehenden Stimmung, ſondern er ſchien ſchon ſeit Jahren in dieſen jugendlichen Mädchenzügen der ge⸗ wohnte und faſt nur mit Anſtrengung hier und da

5 3 verſcheuchte zu ſein. 3 Felicitas war eine Waiſe und lebte etwa ſeit 3 Jahresfriſt im Hauſe ihres älteſten Bruders, des Ge⸗ richtsrathes Paul Ahlhorn, der für ſeine kränkelnde und ſ ſchon mit drei Kindern geſegnete Frau Minette eine