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mit dröhnenden Schritten das Gemach, aus welchem die Unglücklichen alsbald getrieben wur⸗ den, um nach Aſien abgeführt zu werden.“)
Nachdem der Kaiſer die Aja Sophia ange⸗ ſtaunt, ſie zur Moſchee eingeweiht und darin ſein Gebet verrichtet, ließ er ſich den Groß⸗Ad⸗ miral Lukas Notaras vorführen und ſprach zu ihm: Sieh' Dein ſchönes Werk der verweigerten Uebergabe in dem Haufen der Erſchlagenen, in der Zahl der Gefangenen.
So demüthig, als er ſonſt trotzig geweſen, antwortete der Großherzog: Nicht ich, nicht der Kaiſer hätte ſo viel Anſehen in der Stadt ge⸗ habt, um die Uebergabe derſelben zu bewirken, beſonders nachdem der Kaiſer Briefe empfangen die zum Widerſtande aufforderten.
Der Verräther hat gebüßt, murmelte Mo⸗ hammed mit zuſammengebiſſenen Zähnen, und fragte dann, in leutſeligen Ton übergehend: Wo iſt Dein Kaiſer? wahrſcheinlich zu Schiffe ent⸗ flohen, denn fünf Genueſer ſind glücklich mit vollen Segeln aus dem Hafen gekommen.
Notaras betheuerte, die Hand auf die Bruſt gelegt: Ich weiß es nicht, denn ich war lam.
*) Geſchichtlich.


