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zu erreichen und nach Galata zu entkommen, ereilte ſie das ſchnell einherſchreitende Verhängniß. Eben hatten die Türken auch das Thor des Ko⸗ negion erſtürmt und drangen in dichten Maſſen in die Stadt. Ihrem Falkenblick entgingen die Kloſterbrüder nicht, und da ſehr Viele*) von dieſen in den Reihen der Griechen mitgekämpft hatten, ſo wurden Neophytos und Giagari ohne Weiteres als Feinde angeſehen. Nichts half ih⸗ nen ihr Flehen um Barmherzigkeit, nichts, daß ſie die große Summe Geldes den Moslems frei⸗ willig hinwarfen, weiter nichts als das nackte Leben dafür fordernd— auch das wurde ihnen nicht gewährt.— Noch am andern Tage lag⸗ en ihre Leichname enthauptet und verſtümmelt am Thore des Kynegion, von wo ſie an das Hafenthor gelangen wollten.
Kein Ohr war nun mehr in Conſtantinopel, welches die Kunde, daß die Stadt erobert ſei,
*) Geſchichtlich. Auf Befehl des Kaiſers wurden die ſtreitfähigen Mönche zwiſchen die Soldaten auf die Mauern geſtellt.


