Teil eines Werkes 
21. Band, Eugenia : 3. Theil (1833)
Entstehung
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jungfräulichen Sinne, verbunden mit dem ho⸗ hen Begriffe von ſich ſelbſt, ihn anders zu be⸗ trachten als einen demüthigen Bewerber um ihre, wie das Bewußtſeyn ihr ſagte, noch ſchwankende Gunſt und einſtweiligen Diener der Laune, die ſie bereits an ihm erprobt. Da ſah ſie ſich plötzlich vom Standpunkte der ge⸗ feierten Göttin herabgeſetzt unter die Dory⸗ phoren, dem gefeierten Heros ihre Gaben bie⸗ tend, zur Odaliske wähnte ſie ſich entwürdigt, harrend, ob der Erbe des byzantiniſchen Thro⸗ nes ihr das wählende Tuch zuwerfe, und auf⸗ gefordert, deſſelben würdig zu ſeyn. So machte denn ſein Lob, gleichſam auf ihre Koſten er⸗ theilt, nichts weniger als einen günſtigen Ein⸗ druck auf ſie, und ſich vom Gegenſtande deſ⸗ ſelben abwendend, dachte ſie in ihrem Unmuthe lebhafter als je an ihre hohe Beſtimmung und an die glänzende, wenn gleich nebeiumhüllte Ausſicht, die ſich ihr in der Grotte von Anti⸗ paros eröffnet.

Noch in dieſer Stimmung befand ſie ſich, als Leuke zu ihr eintrat, wie gewöhnlich mit beſcheidenem Weſen, aber mit in der letzten Zeit ungewöhnlich heiterer Miene.