Teil eines Werkes 
20. Band, Eugenia : 2. Theil (1833)
Entstehung
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ſie zu überſchreiten, denn wenn ich der Milde des Herrn diene, ſo diene ich auch ſeinem Zorne. Sie ſagte dieſe Worte in beinahe drohendem Tone, aber die Andere erwiederte darauf: Ich fürchte Dich nicht, was ſollte ich auch noch fürchten? Die Furcht geziemet dem Glücklichen nur, darum iſt ſie an Dir. Fürchte, daß Deine Macht zu Schanden werde vor der meinen, und Du zurückkehreſt mit unvollende⸗ tem Auftrag.

Nicht bei mir iſt die Macht, alleinig bei dem Herrn, und wie er will, wird geſchehen, wozu Du geſendet worden und ich.

Wenn dem ſo iſt, ſo meide den Vorwurf, den Du mir machteſt, ſtöre auch Du mich nicht in meiner Obliegenheit. Wo ich vor kur⸗ zem war, iſt mein Gebiet und mein Weg; warum haſt Du Dich zu ihm gedrängt? Wa⸗ rum hörte ich in der Ferne Deine Stimme, und warum drang Dein Hauch hinab in die Region, wo Du fremd biſt?

Weil Deine Stimme empordrang zur Höhe, das Wort ſprechend, das ihr verſagt iſt, und Du weißt, nicht in die Höhe drang es allein, ſondern auch in die darob erzitternde Tiefe.