Teil eines Werkes 
14. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 5. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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ſchluͤpfte ihren Lippen, die Freude des Wieder⸗ ſehens erfullte ſie ganz, und wie ſie einſt ſtets Mittlerin geweſen war zwiſchen Vater und Sohn, verſoͤhnte ſie des erſten Geiſt an ſeinem Grabe mit dieſem. Allmaͤhlig befreite ſich, geſtuͤtzt von ihrer pflegenden Hand, Nikolaus Gemuͤth von dem Drucke langwieriger Ver⸗ bannung und Elends, gegenwaͤrtiges Leiden ward zur Erinnerung, und die Erinnerungen wurden zu mittheilendem Berichte.

Wenn er aber des Koͤnigs erwaͤhnte, truͤbte ſich die allgemach heiter werdende Stirn, und erſt ſpaͤt ward durch ihn das unbekannte Schickſal des Verbannten kund. Nach lan⸗ gem Umherirren gelangte er, von Nikolaus begleitet, nach Käͤrnthen, hier nahm Beide ein Kloſter auf, als Novizen den einen, den

andern als Laienbruder. Bald that der Ko⸗

nig, deſſen Name niemand erfuhr, Profeß, und Beide lebten geraume Friſt in Buße und Abgeſchiedenheit. Einſtmals aber ward Bo⸗ leslaw ausgeſendet, Almoſen zu ſammeln, er kehrte nicht zuruͤck, erſt Tage nachher