Teil eines Werkes 
14. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 5. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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ward, nicht mir allein bewilligte er Leben und Freiheit, ſondern auch Dir.

Haben jene duͤſtern Begleiter, die nicht von mir ließen auf dem gewundenen Pfade, den mich die Rache gefuͤhrt, haben ſie das Auge des Barbaren geblendet, daß er den Werth meines Geſchenkes nicht erkannte, hat etwas anderes den blutduͤrſtigen Sinn des Tyrannen in ungewohnte Sanftmuth verkehrt, daruͤber habe ich keine Kunde, mit keinem Worte begleitete er den unverhofften Aus⸗ ſpruch der Gnade, nur hoͤrte ich ihn bald darauf der Verſammlung andeuten, es ſei ein heilig Verſprechen, welches er loſe, eine Gabe, die er ertheile fuͤr geleiſteten Ritterdienſt, aber fuͤr den, welcher ſie gefordert, ſetzte er höh⸗ nend hinzu, eine mißliche Gabe.

Da richtete Mieczyslaw einen ernſten, weh⸗ muͤthigen Blick auf Olgierd, und dieſem war als fiele mit dieſem Blicke ein neues Gewicht auf ſein belaſtetes Herz, er ſchauerte in ſich zuſammen und wandte das Auge, der Prinz aber ſah auf den Vater, deſſen bleiches Antlitz⸗ ſchon die Schatten des Todes verdunkelten,

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