Teil eines Werkes 
14. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 5. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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meſſener Strenge wechſelnd, erregte das Be⸗ fremden der polniſchen Herren, es war jedoch kein erfreuliches bei den Meiſten, geneigt, es fuͤr das Spiel der Laune zu halten, ſo gefähr⸗ lich, wenn ſie uͤber die Macht gebietet, und uͤber einen kraͤftigen, gewaltthätigen Sinn; Petrus Nalencez aber murmelte etwas vor ſich hin von Fallſtricken und Verblendung des leidigen Satans.

Da ſchaute der Koͤnig drohend um ſich und rief mit gewaltiger Stimme: Wer murrt, wenn ich befehle? Wer wagt es, noch eine Meinung zu haben, wo mein Wille ent⸗ ſchieden?

Darauf erhob ſich Herr Severin, nahte dem Koͤnig, beugte vor ihm ſein graues zittern⸗ des Haupt und ſprach mit bewegter Stimme: Euere Gnade, Herr Koͤnig, erfuͤllt meine Bruͤder mit Erſtaunen, mich aber ruͤhret ſie tief. Ihr habt eine große Laſt hinweggenommen vom Herzen eines Greiſes, und den wenigen Tagen, die mir noch uͤbrig ſind, ten Selbſtvorwurf und herbe Reue erſpart. Empfanget denn mei⸗ nen Dank und den erneuerten Schwur der Treue gegen meinen Herrn, der auch mein