Teil eines Werkes 
14. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 5. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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Geſtalt, die nun bald vernichtet werden ſollte in unnennbarer Qual, und als ihre Blicke an derſelben herabglitten, begegneten ſie uͤber der linken Bruſt, hart an der Schulter, einem tiefrothen. Mal, gleich einem flammenden Schwerte geſtaltet. Fluͤſternd theilte man ſich dieſe Wahrnehmung mit, und einige begleiteten ſie mit der Anmerkung, ſchon ſeit der Geburt ſei dieſer beſtimmt geweſen zum Mordbrenner und zur Zuchtruthe Gottes, andere aber mein⸗ ten, es ſei ein Vorzeichen des martervollen Todes, der ihm beſchieden.

Nicht derſelben Theilnahme durfte ſich Olga erfreuen, auch ſie ſtand feſt und aufgerichtet, doch ſprach Uebermuth aus ihren Zuͤgen, ein Strahl der Hoffnung ſchien ſogar aus ihrem großen, nicht geſenkten Auge zu blitzen, und widerwillig wendete man es ab von der Frechheit des Weibes, welche als die Schuldigſte unter Allen betrachtet ward, und als die heilloſe Mutter des Aufruhrs.

Nicht allein auf die Herren machte ihr Weſen dieſen Eindruck, auch der unfern ſte⸗ hende Borziwoy ward deß gewahr, und er raunte ihr zu mit grimmigem Spott: Wie