ſam von ihrem Sitze. Eben ſo langſam na⸗ hete ſie und ließ ſich vor ihm auf die Kniee nieder. 16
Wie Du geſprochen, Mann Gottes, ſo geſchehe es!— begann ſie feierlich— Nicht wuͤrdig ſind dieſe Mauern, Den zu umſchließen, welcher bald ein Bewohner des Paradieſes ſeyn wird. Ich habe Dich heut Nacht erblickt— fuhr ſie mit ſeltſamen Tone und Geberden fort— und Dein Anſchaun war betruͤbend, und voll Entzuͤckens zugleich. Auf einem lei⸗ chenvollen Felde ſtandeſt Du, Deine Stirn triefte von Blut, und Blut rieſelte durch Dein zerriſſenes Gewand. Deine Wangen waren bleich, nicht wie vorhin, ſondern bleich wie der Tod ſie faͤrbt, ein roſiger Schimmer aber legte ſich uͤber ſie, wie der Abglanz ewiger Freude, Deine Zuͤge waren freundlich und eine Glorie ſchimmerte um Dein Haupt. Auch jetzt bei wachen Sinnen, ſteheſt Du alſo vor mir, Gebenedeyeter des Himmels, und wie ich die Schweſtern im Fleiſch Deine Kniee um⸗ faßen ſehe, ſo ſehe ich im Geiſt Myriaden kommender Geſchlechter, welche die Haͤnde flehend zu Dir emporſtrecken, Du heiliger


