vorſtand, nothwendig machte. War ſie aber nun zuruͤckgekommen und fuͤr einen Augenblick geſchaͤftlos, dann uͤberließ ſie ſich in einer entfernten Gegend des Gemachs, im Stillen den bangen Empſindungen ihres Innern. Halb unterdruͤckte Seufzer hoben ihre Bruſt, ſie blickte mit zaͤrtlicher Unruhe auf das ver⸗ duͤſterte Antlitz des Kranken, oder ſie gedachte, die Augen zu Boden ſchlagend, eines noch ge⸗ liebtern fernen Gegenſtandes. Da trat Ilga zu ihr mit freundlichem, troͤſtenden Wort, und es gelang ihr wohl auf einen Augenblick die truͤben Wolken von der Stirne der Schweſter zu verſcheuchen. Ward aber dieſe hinaus ge⸗ rufen, dann trat die Jungfrau an eines der Fenſter des Gemaches und ſchaute hinaus auf das Treiben im Schloßhof, und horchte den Stimmen, welche von dort aus in wirrer Ge⸗ ſchaͤftigkeit ſich durchkreuzend herauf tonten. Agnes, die Verlobte des Himmels, gedachte im ſtillen Gebet des gottlichen Braͤutigams und flehte zu ihm, daß er ſie bald hinwegfuͤhren moͤge in die Brautkammer des Kloſters, aus der argen Welt, wo jetzt die Suͤnde frech ein⸗ her trete und das Aergerniß. Minder geruhig
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12. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 3. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
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