Teil eines Werkes 
12. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 3. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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weiden, die Gemuͤthart des Polenkonigs rich⸗ tig beurtheilt zu haben, der jetzt allmahlig ſich den Feſſeln vaterlaͤndiſcher Sitte und langbewahr⸗ ter Gewohnheit entledigend, ſich nur um ſo bereit⸗ williger den Freuden dahingab, die er nun einmal gekoſtet, als er ihrer ſo lange entbehrt. Doch war Leontios nicht frei pon Sorgen, denn nur ein Schritt war geſchehen, ein unbedeutender, deſſen Wirkung zunicht ward, wenn ihm nicht andere entſcheidendere folgten. Zwar ruhte des Siegers Auge mit Wohlgefallen auf den Jung⸗ frauen der Hofburg und der Stadt, zwar hatte man ihn vornehmlich mit Einer unter ihnen mehremal in leiſes angelegentliches Geſpraͤch verwickelt geſehen, zwar verſchmaͤhte er nicht das feurige Getraͤnk der joniſchen Inſeln in goldenem Pokal; dies Alles aber war wenig genuͤgend. Den Abend der Freude weihend, verbrachte der Koͤnig den Morgen in ernſten Geſchaͤften, ſo heiter er ſich in der Verſamm⸗ lung zeigte, ſo gefallig gegen den prunkenden Gaſtgeber, ſo ſtreng handhabte er fort und fort ſeine oberherrlichen Rechte, und wie vor blieb Fuͤrſt Jzaslaw, von der Fuͤhrung des Regimen⸗ tes ausgeſchloſſen, ſein vornehmſter Unterthan.