Teil eines Werkes 
11. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 2. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 168—

lich kuͤhl war ihr Ton, als ſie die ſanftmuͤthi⸗ ge Antwort gab: Es ſei fern von mir, ſolche Rache zu üͤben, was ſich auch begeben haben mag, und es ziemet ſich nicht, die Sache des Vaterlandes eigener Befriedigung nachzuſetzen, fänd' ich ſie auch in ſolch ſträflichem Begin⸗ nen.— Der Erſte der Abgeordneten lächelte ein wenig und verſetzte: Ich lobe Euer verſohn⸗ lich Gemuͤth und erkenne Eure Weisheit. Laſ⸗ ſen wir ab; beſſer iſt es, wir ſparen Einen dieſer thebaniſchen Bruͤder auf fuͤr den Andern.—

Auch ohne dieſen zweideutigen Spruch der Gnade aus dem Munde eines aufruͤhriſchen Un⸗ terthan waͤre das Leben des Furſten außer Gefahr geweſen; denn noch war er nicht been⸗ det, als Jemand durch die Truͤmmer der Brand⸗ ſtellen ſich ihm verſtohlen naͤherte; er wechſelte einige Worte mit ihm, dann verſchwanden Beide in der dichter werdenden Finſterniß.

Er iſt bei dem, zu dem Ihr wollet— ſprach Olga zu Theophraſt— und Ihr müſſet verziehen. Laſſet uns drum die Zeit wahrneh⸗ men, und höret, was Euch vornehmlich zu wiſ⸗ ſen von nöthen.— Wie ſie ſich nun, zuſam⸗ men ſprechend, entfernten, begann der, welchen