Teil eines Werkes 
11. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 2. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 100—

lich, Ihr hattet ihrer vergeſſen, und ſo ſehr, daß Ihr ſelbſt gegen mich niemals ihrer erwaͤhntet. — Des alten Herrn Wangen färbten ſich ein wenig, und er fuhr fort: Laß mich uͤber eine Zeit dahingehn, an die ich nimmer ohne die Reue gedenken mag, welche Du, obgleich ein Weib, zu verſchmähen ſcheineſt. Einige Mon⸗ den waren verfloſſen und mein Geſchaͤft in den ruſſiſchen Landen hatte ſeine Endſchaft er⸗ reicht. Wir ſchieden, und ſchnell und leicht wie unſer Band ſich geknuͤpft, ward es ge— trennt.— Nicht ſo leicht als Ihr ſaget, Herr, — warf Olga ein— wenn ich der Worte mich recht erinnere, mit denen beim Abſchiede Ihr mich ewiger Liebe verſichertet, noch ſo gaͤnz⸗ lich, da Ihr mir ein Pfand der Erinnerung zuruckließet, ein Pfand ſpäteren, doch nicht aus⸗ bleibenden Wehes. Jetzt erſt, da dies Pfand, wie Ihr ſaget, Keinem von uns mehr zugehöre, iſt jenes Band geloͤſet— weil Ihr es wollt.— Gewiß— war des Herrn von Zembocin Ge⸗ genrede— gewiß folgt die Strafe dem Unrecht bald raſch bald hinkend, doch ſicher immer, daß ſie es ereile; damals aber ſaheſt Du nicht mit Sorge noch Reue auf die Frucht unſerer fluͤch⸗