Eures Frevels, an deren Grabe Ihr vor wenig Stunden erſt Reue und Beſſerung gelobtet, ehe ded Richters Ruf Euch hinůͤber fordert. Blik⸗ ket auf die edle ritterliche Geſtalt, die in ih⸗ rem Antlitz die Züge der Frau trägt, deren Gedaͤchtniß Euch heilig ſein muß; moͤgt Ihr ſie dieſem bleichen Suͤnder vergleichen, aus deſſen finſterm Antlitz die Tücke der gottverhaß⸗ ten Mutter ſpricht?— Unwillkuͤhrlich richtete Jener die Augen von Einem auf den Andern und ſenkte ſie dann zu Boden.
Nikolaus war beſturzt zuruͤckgetreten, und lich nur ein zerſtreutes Ohr den fluͤſternden Worten des Primas, welchem der vergangene Auftritt mehr als einmal ein ſpottendes Laͤ⸗ cheln entlockt hatte, und der jetzt ſich ihm nahte: Fürwahr— ſagte er— ſeltſam und kaum erhort iſt es, daß der Sohn des Hau⸗ ſes, der Wuͤrdenträger der Krone ſo unglimpf⸗ lich angelaſſen werde um eines Kothſaſſen und Morders Willen. Uns däucht, Euer Herr Va⸗ ter dehnt den Begriff patriarchaliſcher Hausherrn⸗ gewalt ein wenig zu ſehr aus, und wenn man überall ſolchem Beiſpiele folgte, wuͤrden der Konig und ſeine vornehmſten Diener wenig


