Teil eines Werkes 
10. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 1. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mit Schlingpflanzen bewachſenenen Steine, durch die klare Fluth in rothlich geſprengtem Schup⸗ penglanz dem Fiſcher eine willkommene Beute ſich darbietend, und hochſtengelige Maiblumen und blätterreiches Vergißmeinnicht beugen ſich über das Ufer hinab, beperlt von den Tropfen, die an den kleinen Klippen aufſpritzen. Ein nied⸗ riges, doch dichtes Gebuͤſch von jungen Mayen und Buchen, untermiſcht mit den Straͤuchern der wilden Roſe, bekränzt von beiden Seiten das Ufer des Baches, gegen die Brucke zu ſich zu einer Art Luſthain geſtaltend, durch den ein enger Pfad fuͤhrt. Doch hat die Aprilſonne erſt wenig Blätter entfaltet, die Roſengeſträu⸗ che ſtehen noch ſchwarz und dornig und man erblickt durch das ſparſame Laub gegenuber die uralten Ulmen und Buchen des Hochwaldes und ſeitwärts die Mauern des Schloſſes zu Zemboecin.

Vergeblich wuͤrde man in einer polniſchen Ritterburg, die ſchon im Jahre 1078 der Wohn⸗ ſitz mehrerer Geſchlechtfolgen geweſen war, ein Erzeugniß gothiſcher Baukunſt zu finden wah⸗ nen, welche ſelbſt in den weſtlichen Ländern Europens erſt ſpäter die Bauſtämme ihrer ge⸗