Teil eines Werkes 
10. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 1. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5=

Haar und ihr Auge war blau; doch blickte es raſcher umher und ein leichter Ausdruck ſchalk⸗ haft heitern Sinnes ſpielte oft um den lieblich geformten Roſenkelch ihrer Lippen. Zuletzt er⸗ ſchien langſamen Schrittes mit geſenktem Haupt und klöſterlichem Anſtand Agnes, um mehrere Jahre aͤlter als die Gemahlin des Schwertträ⸗ gers; nur einmal auf kurze Zeit erhob ſich ihr Auge auf die gerauſchvolle Verſammlung, in die ſie trat, und heftete ſich darauf wieder an den Boden, als verſage es ſich den Anblick ei⸗ ner Welt, der das Fräulein auf immer zu ent⸗ ſagen im Begriffe ſtand.

Als der Schloßherr die Frauen gewahrte, verließ er ſchnell ſeinen Sitz mit ſittigem Weſen und großer Freundlichkeit bot er, ſie be⸗ grußend, ſeine Hand der Frau zu Skalmierz und fuͤhrte ſie durch die ausweichenden Jagd⸗ genoſſen auf den Ehrenplatz an der Tafel. Wah⸗ rend dem die erſten Speiſen den Hunger ſtill⸗ ten, den die Waidmänner im Forſt erjagt hat⸗ ten, fuͤhrte der Herr von Zemboein allein das Wort, meiſt mit den Frauen verkehrend, und nur ſelten richtete er eine kurze Frage an ſei⸗ nen Sohn, dem der ſcharfe Ritt von der Haupt⸗