Teil eines Werkes 
10. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 1. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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ger zu Kyow? Vor Monden ſchon, Herr und Vater! erwiederte Nikolaus. Und wo habt Ihr verweilt die Zeit uͤber? Be⸗ reits ſeit zwanzig Tagen bin ich zu Krakow, Herr! Seit zwanzig Tagen? fragte der Alte laut und gebieteriſch. Und waͤhrend der gan⸗ zen Zeit habt Ihr verabſäumt, den Vater zu begruͤßen und, wie es einem Ehegemahl und Erbherrn geziemt, nachzuſehen, ob es der Haus⸗ frau wohl ergehe, und den Unterſaſſen? War⸗ um das? Hochgeborner Herrz ſprach der junge Mann mit einigem Unmuth, den er aber alsbald uͤberwand; ich bekleide ein Kronamt; hier bin ich Euer Sohn und Diener, draußen der Diener des Königs. Herr Severin ſchaute raſch auf ihn, doch ſchien es, als habe die Antwort ihm beſſer behagt als er den Schein haben wollte, und nach einem kurzen Still⸗ ſchweigen fuhr er fort: was habt Ihr da für abſonderlich Waffengeräth, Herr Nikolaus? Zu meiner Zeit, als noch Koͤnig Kazimierz, der Wiederherſteller glorwuͤrdigen Andenkens, den Szepter fuͤhrte, gingen die Adlerfittiche abwärts, nicht in die Höhe, welches ein Anſehen giebt gleich einem zornigen Haushahn; auch war