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Athemzuͤgen gehoben. Auch der Eintretende ſchien im Begriff zu ſeyn, zu ihr zu eilen, je⸗ doch hielt er ſich gleichſam mit Anſtrengung zuruͤck; er ſah weg von ihr, als wolle er die Anziehungkraft ihres Blickes vermeiden und ſchritt gerade auf das Oberende der Tafel zu. Alle Anweſenden hatten ihre Sizze verlaſ⸗ ſen, dem Schwertträger der Krone Polen die Ehrfurcht zu bezeugen, die ſeinem hohen Range gebuͤhrte und ſtanden, ſich verneigend, mit den gefuͤllten Bechern und Trinkhoͤrnern in der Hand, in der Erwartung des Augenblickes, da man beym Schall der Zinken und Trompeten die Ankunft des Erben von Zembocin durch einen Willkommentrunk feyern wuͤrde. Nur Herr Severin war in ſeinem Lehnſtuhl geblieben; nach einigen Augenblicken erſt ſchaute er, nicht unfreundlich zwar, doch ernſt auf den Sohn und ſprach in gemeſſenem Tone: Willkommen auf Zembocin, Herr Nikolaus Strzemieniec! Als nun der hohe Krieger ſich ihm nahte, und tief ſich verneigend, mit dem gepanzerten Arm das Knie des Vaters umfing, reichte ihm dieſer die Hand zum Kuſſe und fuhr fort wie bevor: Schon lange aufgebrochen aus dem La⸗


