Teil eines Werkes 
4. Band, Hippolyt Boratynski : 4. Theil (1826)
Entstehung
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zeigt ſich uns die große Verbrecherin, die alle jene verwirrende Kreiſe um ſich gezogen, ttraf⸗ los, umringt mit der Glorie ihres Ranges und

den uppigen Freuden des Reichthums in den

hesperiſchen Gefilden. Jene heftige zwar, doch voruͤbergehende Erſchuͤtterung eines laͤngſt der Beſtechung gewohnten Bewußtſeyns kann nur unvollkommen das Ungeheuere ſuͤhnen, deſſen dieſe Blaͤtter Bonen Sforza anklagen, doch be⸗ ſcheiden ſchweigt die Dichtung, wo der ernſte Mund der Geſchichte den Richterſpruch der Ne⸗ meſis verkuͤndet. Als die Wittwe Siegmund des Alten, laͤßt ſie ſich vernehmen, die Ent⸗ wuͤrfe ihrer Ehrſucht vereitelt ſah, wandte ſie ſich wiederum fruͤhern Leidenſchaften zu, die auf eine Zeit untergegangen waren in dem Stre⸗ ben nach der Erhaltung ihrer Macht und Ho⸗ heit; auch mangelte es nicht an ſolchen, welche die Gunſt der alternden Frau nicht verſchmaͤh⸗ ten, die, obſchon nicht hohe Wuͤrden mehr und geiſtliche und weltliche Ehrenaͤmter, doch Schaͤtze verleihen konnte. Einer unter dieſen, wahrſcheinlich der oft erwaͤhnte Marcheſe di Caſſanv, erwarb ihre Zuneigung in dem Grade, daß ſie, der weit entfernten Toͤchter vergeſſend, ihn zum Erben ihrer Verlaſſenſchaft einſetzte. War es Eilfertigkeit, bald den Beſitz der rei⸗ chen Gabe anzutreten, oder daͤuchte ihn die Pflicht der Dankbarkeit gegen die vom Reiz der Jugend entbloͤßte Geberin laͤſtig; genug, der Beguͤnſtigte dachte darauf, den Zeitpunkt ſeines Gluͤckes zu beſchleunigen. An einem dunkeln