Fuͤrſt war ein Greis geworden im Kerker, und wir gealtert vor der Zeit. Herr Waſil Glinski war unterdeß geſtorben; die Carin aber, wel⸗ che ihrem Gemahl den Jwan geboren, welcher jetzt herrſcht uͤber Moskau, hatte großes Snb hen erworben und Macht.
Es war im Anfange des achtzehenten Jehres unſerer Haft; da traten mehrere zu Frau Hele⸗ nen, und ſprachen zu ihr: Nicht geziemend ſey es fuͤr eine ſo große Fuͤrſtin, daß ihr naͤchſter Blutsfreund im Gefaͤngniß ſchmachte, und ſie deß vergeſſe, der einſt Vaterſtelle vertreten bei ihr. Auch ſey Michael Glinski nicht mehr der, welcher er geweſen in den Tagen des Gluͤcks; das lange Elend habe den Heldengeiſt ihm gebrochen und ſie moͤge ohne Gefahr den ſchwach geworde⸗
nen Greis heraus gehen laſſen aus der Nacht
des Kerkers. Es werde ihr dieß große Ehre brin— gen im Innlande und bei den auswaͤrtigen Potentaten, welche ſchon lange mit Mitleid und Verwunderung angeſehen das grauſame Geſchick eines ehemaligen Kriegshelden, und nahen Ver⸗ wandten des Cars. Da ging Frau Helena hin⸗ ein zu ihrem Herrn, an der Hand fuͤhrend den Iwan Waßilewicz, ihren Sohn, welcher nicht aͤl⸗


