Teil eines Werkes 
2. Band, Hippolyt Boratynski : 2. Theil (1825)
Entstehung
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Ihr ſelbſt habt mir ſchon geſtanden wie Ihr ge⸗ wahr worden, daß Ihr ihnen hier zu viel ſeyet. Wie waͤre es, wenn die Reihe auch mich einmal treffen ſollte? Wenn die kleine glatte Schlange nun einmal gekroͤnt iſt, und ſie den aberwitzigen Greis beherrſcht, und durch ihn das Moskowiter⸗ reich, und alle die Reſpektsperſonen ihr laͤſtig daͤuchten, und ſie den Pheim und vielleicht wohl gar den Vater dahin ſchickte, wo ſie hergekommen? Glaubet mir, ich kenne das Fraͤulein. Ich habe ſie gezogen nach meinem Sinn, da ich ſelbß einſam ſtehe in der Welt. Nun gewahre ich, daß das Werkzeug dem Meiſter zu Kopfe waͤchſt, dem aber, traute Herren, muß ich zuvorkommen in Sil. Nicht lange, ſo wird Helena Glinska heißen Großfuͤrſin von Moskau, und alsbald ſoll in Erfuͤllung gehen, was uns beſchieden. Nicht Rache iſt es mehr, welche mich antreibt gegen Siegmund Jagiello; er iſt ein edler furſtlicher Held, und jetzt erſt mag ich erkennen ſein löbli⸗ ches Weſen, da ich ihn vergleiche mit dem Wa⸗ ſil Jwanowiez, der trotzig iſt im Gluͤck, und ver⸗ zagt wenn das Schickſal ſich wendet, der ſich nur fuhlt als Gebieter, wenn er die Geißel ſchwingt uͤber zitternde Sklaven, und rohe Schwelgerei