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tauen, noch durch Aufzaͤhlung der Schlachten und Belagerungen. Ihr habt ja gehoͤrt von je⸗ nem entſcheidenden Tage am Dniepr, wo abe die vermeſſenen Hoffnungen des Moskowiters zu Schanden wurden und die ruſſiſche Koͤnigskrone in den Fluß fiel, wo ſie wohl ein paar hundert Jahr liegen mag, ehe ſie wieder aufgeſiſcht wird. Ihr habt vernommen, wie Koͤnig Siegmund mit ſeinem Heer uͤber den Strom ſetzte, und ſchnell geſammelt in geregelter Schlachtordnung die mos⸗ kowitiſchen Schaaren angriff. Ihr wißt, wie die Zwietracht in unſerm Heer und die Misgunſt der Feldherren gegen Herrn Michael ſich geſellten zu einem paniſchen Sehrecken, wie das zahlloſe Kriegsvolk des Czaarn, gleich der Spreu im Winde nach allen Seiten ſich zerſtreute. Damals erhob das Schickſal zuerſt gegen den Fuͤrſten Glinski drohend die Hand, welche ihn einſt zermalmend
Hergreifen ſollte, wie es Frau Anaſtaſia geweißaget.
Getrieben vom boͤſen Geiſte der Rache hatte er ſich geſehnt, im offenen Felde zu ſtehen gegen ſeinen Herrn und Koͤnig, ihn zu beſiegen und zu fangen. Entſchloſſen ſtand unſere Schaar und hielt das Feld in muthiger Vertheidigung. Da ſahen wir uͤber die Ebene die Haufen der Moskowiter dahin


