— 297—
deres; und man haͤtte nicht glauben ſollen nach ihrem freimuͤthigen und heitern Weſen, daß man ſich in einer hart belagerten Stadt befaͤnde, und das Schwert an einem Haare hinge uͤber dem Haupte der edlen fuͤrſtlichen Frau. Als nun die Tafel aufgehoben war, trat ich zu ihr und ſprach ſie an mit geziemenden Worten um ein geheimes Gehoͤr. Sie aber ſagte:„Mit nichten, Herr Lacki; es ſind dieſe lauter edle Herren und gute Freunde, welche verheißen haben, bei einer bedraͤngten Wittib auszuhalten in Noth und Tod; vor ſolchen aber, die ein gemeinſam Schick⸗ ſal leiden wollen mit mir, geziemet es mir nicht, etwas beſonderes zu haben noch geheimes. Sprecht alſo frei, Sohn des Kaſtellans von Kijow, des alten ehrenwerthen Gregor. Iſt Euer Anbringen aber ein ſolches, daß Ihr es nicht nennen moͤget im Beiſein ſo ehrenwerther Maͤnner, ſo ſchwei⸗ get lieber und gehabt Euch in dieſem Hauſe als ein Gaſt und Verwandter deſſelben.“
Wohl haͤtte ich mir gewuͤnſcht in dieſem Au⸗
genblick, den Auftrag des Herrn Michael Lwo⸗
wicz nicht auf mich genommen zu haben; doch ſuchte ich mich zu faſſen, und erwiederte:„Gern, Frau Fuͤrſtin, entleidige ich mich meines Gewer⸗
———


