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der ſie, ihrer Verwandtin und Nachahmerin gleich, ſich wechſelweiſe zu beiden Religionparteien wand⸗ te, ihr das Herz der Polen und Siegmund Au⸗ guſts ihres Sohnes entfremdet. Dunkle Geruͤchte gingen umher von Thaten der Finſterniß, deren Urheberin man ahnete, und der Geiſt des Miß⸗ trauens ſchlich verſtoͤrend und unheildrohend durch die Hallen der Koͤnigsburg. Wir ſehen in die⸗ ſen Blaͤttern Bona Sforza eine That begehen, welche den Verdacht des fruͤher Geſchehenen recht⸗ fertigt, obgleich die erſte, deren die damalige und die ſpaͤtere Welt ſie offen und einſtimmig anklagt.
Die Folgen dieſer That raͤchten an ihrem eignen Stamm, den Frevel, den ſie begangen am Stamm der Piaſten, und das vergeltende Schick⸗ ſal wollte, daß die Hand, welche die letzten Sproſ⸗ ſen des alten Koͤnighauſes in Polen in das Grab geſtoßen, das Erloͤſchen des eignen Ge⸗ ſchlechts bereite.
So dringen die Rachegoͤtter ſtumm und un⸗ aufhaltſam in das Haus, deſſen Eingang ihnen einmal das Verbrechen geoͤffnet; ſie nehmen es ſchweigend in Beſitz und Unthat gebiert Unthat, bis die entweihten Hallen verſinken, und der


