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nen. So gewährte er denn die Bitte, die Ver⸗ ſtorbene beerdigen zu dürfen, ihrer Familie, de⸗ ren eifriger Vermittler Herr Vizthum war, bei welchem der Haß gegen die Widerſacherinn dem Ehrgefühle wich, oder, wenn man lieber ſo will,
dem ariſtokratiſchen Geſchlechtſtolze, der ſich in
ſolcher Schmach einer Verwandten gekränkt fand. Auch das Gebein der Gräfinn von Rochlitz, nun ſchon gebleicht durch Regen und Sonnenſtrahl, ward aufgehoben vom ſchimpflichen Anger und in die Schloßkirche zurückgebracht; wahrſcheinlich hatte der Gang des Prozeſſes ſelbſt des Kurfürſten Meinung von ihr berichtigt. Doch, um nicht völlig zu widerlegen, was zu behaupten man für nöthig erachtet hatte, war es nicht jene Gruft, die man ihr zur letzten Wohnung anwies; keine Erkärung rechtfertigte ſie in den Augen der Nach⸗ welt, und kein Mauſoläum bezeichget die ver⸗ borgene Stelle, wo die Gräfinn voit Rochlitz ru⸗ het. Der Lauf der Zeit hat ſie ſogar ungewiß werden laſſen, und nur das Gerücht erzählt, ihr Sarg ſei eingemauert in einem Pfeiler an der Morgenſeite der Kirche.
— Die weitern Schickſale Einiger, welche in dieſer Darſtellung erſchienen, kennt der Leſer be⸗ reits; der Andern mögen dieſe wenigen Worte erwähnen.


