Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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Muth und heiterm Sinn, dieweil die düſtere Ge⸗ müthart des Fürſten einen Schatten werfe über ſein ganzes Land, und Ihr möget wohl Recht gehabt haben. Mit Euch ſtehet es anders, drum hütet Euch vor dem Gegentheil; denn nicht im⸗ mer wohnet das Glück dem Glanze bei und der lauten Freude. Das Geſchick iſt wandelbar, das unglück tritt auch über die Schwelle hoher Häup⸗ ter, wie Ihr denn davon ein Exempel an mir ſe⸗ het. Auch Euch ſind vielleicht trübe Stunden be⸗ ſchieden, ſo haltet Euch denn bereit dazu, lernet im Glücke das Unglück ertragen. Und nun Ade, Bruder Auguſt, Ade für dieſe Zeitlichkeit

Kurz vor Mitternacht verſchied Kurfürſt Jo⸗ hann Georg IV. von Sachſen, und kaum eine Stunde ſpäter erforderte die ſchnelle Auflöſung ſei⸗ ner Hülle, ſie in einen in der Eile gefertigten Sarg zu verſchließen, bis zur Abführung in die Gruft zu Torgau.

Kaum war der Morgen angebrochen, ſo er⸗ ſchienen die erſten Hof-, Kriegs- und Staats⸗ beamten, ihre Huldigung dem neuen Gebieter darzubringen, welche er mit der Leutſeligkeit em⸗ pfing, die ihm ſein ganzes Leben hindurch, ſelbſt in den Tagen des Ungemachs, bis in das Alter