N
— 324—
ich die Schlange erdrücken ſollen, die mich jetzunder triumphirend anziſcht. Fort! ſchrie ſie, und rannte zum Schreibtiſch, und raffte das kurfürſtliche Sie⸗ gel auf und ein Käſtchen mit Edelſteinen, und drückte beides an ſich, fort, Herr Vizthum von Eckſtedt! Noch bin ich Gebieterinn in dieſen Zim⸗ mern, und will keine Worte der Vermahnung anhören vom Kuppler des Prinzen, und mein Recht und mein Eigenthum will ich vertheidigen, bis man kommt, es mit Gewalt mir zu rauben. Fort, und ſaget Eurem Herrn, daß ich ihn haſſe, wie ich ſeine Liebediener verachte!——
Mit Grauen wandte ſich der Kammerherr von der Megäre, und entfloh dem empörenden Auftritte.
Einige Stunden ſpäter rief den Prinzen eine Botſchaft an das Lager des verſcheidenden Kur⸗ fürſten. Wie bei Katharinen, war auf unſäg⸗ liche Pein ein ſchmerzloſer Zuſtand gefolgt, und beſonnen, doch völlig entkräftet, zog Johann Georg die beulenbedeckte Hand zurück, die der Prinz erfaſſen wollte, und ſagte zu ihm in mat⸗ ten Tönen: Ich darf Euch die Hand nicht rei⸗ chen, Bruder Auguſt, die die Eure ſo oft ge⸗ faſſt hat in Vertraulichkeit und Liebe; aber Lebe⸗


