Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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bolik jener Tage ein Paar Täubchen zeigte, ſich ſchnäbelnd über zween, von einem Pfeil durch⸗ ſtochenen Herzen. Kaum hatte ſie die ziemlich ungewohnte Arbeit vollendet, ſo hörte ſie hinter ſich nahende leiſe Tritte, und als ſie umſchauete, ſtand Der vor ihr, an welchen ſie eben geſchrieben.

Das Antlitz Johann Georgs IV. trug das Gepräge der Befangenheit, und ſein Gang war eben ſo zögernd als leiſe; er blieb es ſogar, als das Fräulein aufſprang und ihm entgegen eilte. So groß war die bekannte und ſeltſame Ober⸗ gewalt, welche Katharinens Mutter über ihn ge⸗ wonnen, daß, ob er gleich in der überzeugung ſtand, gethan zu haben, wie ihm als Fürſten, Bruder und Stammhaupt geziemte, er doch ge⸗ wiſſermaßen Scheu trug, mit ihr zuſammen zu treffen, eine Scheu, welche mehr als dem Ge⸗ bote des Anſtandes ſein langer Beſuch bei den Kurfürſtinnen zuzuſchreiben war. Wohl hatte Anna Sophia von Dännemark nicht ermangelt, die ſelten gewordene Gelegenheit zu ergreifen, und ihm eine nicht kurze und nicht allzuglimpfli⸗ che Vermahnung zu halten, ihn auffordernd, daß er von ſolchem, dem Kurhauſe erfreulichen Be⸗ gebniß Anlaß nehme, gewiſſe Verbindlichkeiten