Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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haben dienet, eben ſo wenig negligiret habe. Ich habe der Frau Tochter, die ſich ſelbſt um der⸗ gleichen nicht bekümmern mag, ſchon geſagt, daß es mir am Hoflager an Clienten nicht ermangelt, welche ſich bewegen, wie ich die Fäden regiere, mit welchen ich ſie an mich gebunden, die Fä⸗ den des Egoismus nämlich; auch haben dieſe Marionetten bereits ganz gute Dienſte geleiſtet, abſonderlich den Zwieſpalt zwiſchen dem Herrn und deren Kurfürſtinnen entretenirend, ohne wel⸗ ches, wie es nun einmal ſtehet, ich nicht reüſſiren kann, dem ich ſo viel Mühe aufgeopfert, und Ihr die Reputation einer unbeſcholtenen Demoi⸗ ſelle, deren Verluſt Ihr billig beklaget, wiewohl dergleichen in der Welt verſchiedentlich enviſagiret wird. Sie brach hier ab, vielleicht um die Wirkung dieſes Angriffs auf die empfindlichſte Stelle des Gemüthes ihrer Tochter zu erwarten, und ſchaute unterdeſſen durch die Scheiben; nach einer kleinen Pauſe aber fügte ſie hinzu: Einer von dieſen iſt, der eben vorübergeht, der Comte de Beichling.

Auch der Graf mißfällt mir, und ungern ſehe ich ihn ſo oft in dieſen Gemächern, ließ ſich die Gräfinn von Rochlitz vernehmen; ſein Ge⸗